Die Reihenfolge: von selten nach täglich
Packen beginnt nicht in der Küche, sondern dort, wo man wochenlang nichts vermisst. Keller, Dachboden, Abstellkammer, Bücherregale, Bilder, Dekoration und die Kleidung der gerade nicht laufenden Jahreszeit lassen sich früh verschließen. Wer damit anfängt, merkt außerdem rechtzeitig, wie viel wirklich zusammenkommt, und kann Material nachbestellen, bevor es knapp wird.
Vor dem ersten Karton steht das Aussortieren. Jede Kiste, die nicht gepackt wird, ist die schnellste von allen: Sie wird nicht getragen, nicht gefahren, nicht ausgepackt und braucht in der neuen Wohnung keinen Platz. Wer beim Packen zögert, ob etwas noch gebraucht wird, hat die Antwort meist schon.
In den letzten Tagen wird nur noch das gepackt, was täglich in Gebrauch ist. Die Küche bleibt bis auf einen Topf, ein Brett und ein Messer bestückt, das Bad bis auf das Nötigste, und das Bett wird am Morgen des Umzugstags abgezogen. Diese Reihenfolge verhindert den häufigsten Fehler, nämlich kurz vor dem Termin hektisch wieder auszupacken, weil das Ladegerät in einem verklebten Karton liegt.
Wie schwer ein Karton werden darf
Der Maßstab ist einfach: Eine Person muss den Karton allein anheben, ein Stück tragen und wieder absetzen können, ohne unterwegs umzugreifen. In Zahlen liegt das eher um zwanzig Kilogramm als darüber. Alles Schwerere geht auf Rücken und Finger, und der Boden reißt an der ungünstigsten Stelle, nämlich über der Treppe.
Deshalb gilt die Regel gegen den ersten Instinkt: Schweres kommt in kleine Kartons, Leichtes in große. Bücher und Werkzeug werden auf mehrere Kartons verteilt, Bettzeug und Kissen füllen die großen. Im Stapel liegt das Gewicht unten, nicht oben, sonst drückt der obere Karton den unteren ein, und beim Fahren rutscht die Ladung.
Ein voller Karton ist ein geschlossener Karton. Wenn der Deckel nicht mehr zugeht, ist er überfüllt und nicht stapelbar, und im Wagen bleibt genau dort Luft, wo Ladung stehen sollte. Der Boden wird kreuzweise verklebt statt nur an der Naht, und Hohlräume werden gefüllt, damit sich innen nichts bewegt.
- Den Boden kreuzweise mit Klebeband schließen, nicht nur die Mittelnaht überkleben
- Schweres nach unten, Leichtes nach oben, im Karton wie im Stapel
- Bücher und Werkzeug auf mehrere Kartons verteilen, statt einen bis oben zu füllen
- Hohlräume mit Handtüchern, Bettwäsche oder Papier auffüllen
- Den Deckel schließen können; was übersteht, kommt in den nächsten Karton
Was nicht in einen Umzugskarton gehört
Flüssigkeiten haben im Karton nichts verloren. Farben, Lacke, Verdünner, Lampenöl, Spiritus und Gasflaschen fahren nicht im Möbelwagen mit, und offene Lebensmittel sowieso nicht: Ein ausgelaufenes Glas ruiniert unterwegs nicht nur den eigenen Karton, sondern auch den, auf dem er steht.
Der zweite Stapel, der nicht in die Ladung gehört, ist der wichtige. Ausweise, Verträge, Zeugnisse, Versicherungsunterlagen, Schmuck, Bargeld, Medikamente, Ladegeräte und die Schlüssel für beide Wohnungen kommen in eine Tasche, die Sie selbst tragen und selbst abstellen. Diese Tasche fährt im eigenen Auto mit und wird nirgends abgestellt, wo jemand sie versehentlich einlädt.
Und schließlich das Werkzeug. Der Schraubenschlüssel für das Bettgestell darf nicht ganz unten in einem der zwanzig Kartons liegen, sondern gehört griffbereit in eine eigene Kiste. Wer dieselbe Vorsicht bei Kabeln und Schrauben walten lässt und sie beim Abbau in beschriftete Beutel packt, spart am Zielort mehr Zeit als beim gesamten Packen davor.
Glas, Geschirr und Bücher
Geschirr wird nicht gestapelt, sondern gestellt. Teller stehen hochkant nebeneinander wie Schallplatten; so tragen sie den Druck über den Rand und nicht über die Fläche. Jedes Stück bekommt Papier, und zwischen die Reihen kommt eine Lage, damit nichts gegeneinander schlägt. Der Boden des Kartons wird vorher gepolstert, oben schließt wieder eine Lage ab.
Gläser werden einzeln eingewickelt und stehen aufrecht, Stielgläser besser noch in einer Kiste mit Fächern. Für empfindliche Stücke lohnt Seidenpapier statt Zeitung, sonst wäscht man am Zielort jedes Teil ein zweites Mal. Was besonders empfindlich ist, kommt in Noppenfolie und wird auf dem Karton als zerbrechlich vermerkt.
Bücher liegen flach, in Schichten, mit dem Rücken nach unten oder abwechselnd, damit die Bindung nicht auf dem Schnitt steht. Ein Bücherkarton ist schnell zu schwer, deshalb wird er nur zu zwei Dritteln gefüllt und der Rest mit Leichtem aufgefüllt. Wer wertvolle Bände hat, legt Papier zwischen die Umschläge.
- Unten eine Lage Papier oder ein Handtuch als Polster
- Schweres und Standfestes zuerst, Leichtes und Hohes darüber
- Teller hochkant, Gläser aufrecht, nichts liegend übereinander
- Zwischen jeder Schicht eine Lage Papier, oben eine zum Abschluss
- Den Karton mit Zerbrechlich beschriften und ihn im Stapel oben einplanen
Wie viele Kartons ein Zimmer ungefähr braucht
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil zwei gleich große Zimmer völlig verschieden gefüllt sein können. Als grobe Näherung und nicht als Zusage: Ein normal möbliertes Zimmer füllt eher zwanzig bis dreißig Kartons als zehn, ein Arbeitszimmer mit Bücherwand deutlich mehr, ein Schlafzimmer mit Schrank und Bett dafür weniger, weil dort das Volumen in den Möbeln steckt und nicht in Kleinteilen.
Belastbarer als jede Faustregel ist das Aufmaß. Daraus ergibt sich ein Volumen in Kubikmetern, und daran hängen Fahrzeuggröße, Zeit und Materialmenge. Wer vorher wissen will, wie viele Kartons er braucht, zählt am besten laufende Regalmeter und Schrankfächer statt Quadratmeter.
Beim Bestellen lieber großzügig rechnen. Ein Karton zu viel steht im Weg, ein Karton zu wenig kostet mitten im Packen eine Fahrt. Geliehene Kartons werden nach dem Umzug ohnehin wieder abgeholt, gekaufte behalten Sie; welche Rechnung günstiger ist, hängt davon ab, ob Sie in absehbarer Zeit noch einmal umziehen.
Beschriften nach Zielraum
Die entscheidende Angabe auf dem Karton ist nicht, woher der Inhalt kommt, sondern wohin er soll. Wer Wohnzimmer alt schreibt, muss am Zielort jeden Karton selbst tragen. Wer Kinderzimmer rechts schreibt, bekommt ihn dorthin gestellt, ohne ein Wort zu sagen. Ein Zettel mit dem Raumnamen an jeder Tür der neuen Wohnung macht daraus ein System, das auch Helfer verstehen, die zum ersten Mal da sind.
Geschrieben wird auf zwei Seitenflächen und nicht auf den Deckel, denn im Stapel sieht niemand den Deckel. Neben dem Zielraum stehen eine laufende Nummer und zwei bis drei Stichworte zum Inhalt. Die Nummer verweist auf eine Liste, in der die ausführliche Beschreibung steht; so bleibt die Beschriftung kurz und trotzdem eindeutig.
Farben helfen zusätzlich. Ein farbiger Klebestreifen je Raum ist auf drei Meter Entfernung erkennbar, eine Handschrift nicht. Wichtig ist nur, dass dieselbe Farbe auch an der Zimmertür klebt, sonst wird aus dem System eine private Geheimsprache.
- Der Zielraum in der neuen Wohnung, nicht der Raum, aus dem der Inhalt kommt
- Eine laufende Nummer, die zur Packliste passt
- Zwei bis drei Stichworte zum Inhalt, mehr nicht
- Ein Hinweis auf Zerbrechliches und darauf, welche Seite oben ist
- Die Angabe, ob der Karton sofort gebraucht wird oder warten kann
Der letzte Karton und die erste Kiste
Zuletzt gepackt wird, was bis zum Schluss in Gebrauch bleibt: Bettzeug, Handtücher, die Kaffeemaschine, Putzmittel und der Staubsauger für die besenreine Übergabe. Diese Sachen kommen zum Schluss in den Wagen und stehen damit beim Ausladen vorn. Wer sie zuerst einlädt, sucht sie am Ende unter der gesamten Ladung.
Die wichtigste Kiste des ganzen Umzugs ist die, die am Zielort als Erstes wieder aufgeht. In sie gehören Toilettenpapier, Seife, ein Handtuch, Müllbeutel, ein Messer, Tassen, Kaffee, Ladekabel, eine Glühbirne, Medikamente und das Werkzeug für den Bettaufbau. Sie wird auffällig beschriftet, fährt im eigenen Auto mit und wird als Erstes in die neue Küche gestellt.
Wenn diese Kiste steht, ist der Umzugstag gerettet, auch wenn sonst noch alles im Weg steht. Man kann sich die Hände waschen, einen Kaffee trinken, das Bett aufbauen und schlafen. Alles andere hat Zeit bis zum nächsten Morgen, und mit einem aufgebauten Bett sieht die halb ausgepackte Wohnung deutlich freundlicher aus.
Packmittel, die wir bringen und nach dem Umzug wieder mitnehmen
- Umzugskarton geliehen Betrag: 0,95 € je Stück und Woche
- Umzugskarton gekauft Betrag: 1,90 € je Stück
- Kleiderbox zum Hängen, geliehen Betrag: 3,60 € je Stück und Woche
- Packpapier im Bund über 10 Kilogramm Betrag: 15 €
- Noppenfolie auf der Rolle, 50 Meter Betrag: 20 €
- Möbeldecke geliehen Betrag: 2,60 € je Stück und Woche
Sämtliche Beträge verstehen sich brutto einschließlich Mehrwertsteuer. Was nach dem Aufmaß im Angebot steht, trägt sich unverändert in die Rechnung.